9/03/2009

Der Rocksaum in der Krise


Was trägt frau in dieser Saison?

Nach dem Institut für Wirtschaftsforschung, Herausgeber des renommierten ifo-Geschäftsklimaindexes, gelten Rocklänge, Kosmetiktrends oder sogar Robin Hood-Filme als Indikatoren zur Erkennung der Wirtschaftsentwicklung. Und auch das Allensbacher Institut für Demoskopie bestätigt den Zusammenhang zwischen der Höhe des Rocksaums und dem Wirtschaftswachstum: Endeten die Röcke während des Wirtschaftswunders der fünfziger Jahre über dem Knie, waren sie im Rezessionsjahr 1993 dagegen wadenlang. Außerdem greift frau in Krisenjahren besonders gern zum Lippenstift, weil sich so für wenig Geld zumindest der Anschein von Wohlstand und Luxus erwecken lässt.

Konjunkturindikator Robin Hood-Filme: Kinostarts von den Filmen über den Strumpfhosenträger fielen oft mit Zeiten wirtschaftlicher Krisen zusammen. "Robin Hood - König der Vagabunden" startete zur Krise von 1938 und "Robin Hood - König der Diebe" zur Rezession von 1991. Demnach wird die Wirtschaftslage 2010 wieder sehr düster, denn dann startet der neueste Robin Hood-Film...

(Quelle: Dpa via Fashionmag.com; das Foto entstand auf Kampnagel bei der Veranstaltung "Attitude- ein Fashionevent" im August 09)

9/02/2009

Parisienne

Eine Pariserin zu sein, ist eine Einstellung, ein État d'esprit. Die Pariserin weiß es zu leben, zu lieben und frei zu sein. So lauten die Botschaften, die den neuen Duft von Yves Saint Laurent "PARISIENNE" begleiten.

Niemand geringeres als Kate Moss ist die Botschafterin, die sich in dem neuen Spot lasziv, umgeben von Rosen, räkelt und die Trägerin dieses Duftes charakterisieren soll. "Skandalös? Nein, frei."



Zur Einführung des neuen Parfums werden zumindest in Paris keine Mühen gescheut und die Sichtbarkeit wird mittels Einbezug zahlreicher aktueller Medien garantiert: auf der Webseite findet man den Film, einen Test (Bist du auch eine Pariserin?) samt Gewinnspiel und regelmäßige Mode- und Ausgeh-Tipps à la Parisienne.
Interessant finde ich den Einbezug von vier Mode-Bloggerinnen aus vier verschiedenen Ländern, die ebenfalls auf der Website ihre Vision von Paris und DER Pariserin mittels Mood-Boards dargestellt haben. Die deutsche Sichtweise haben die Bloggerinnen von "Les Mads" übernommen.

Ganz im Sinne des Graffiti-Trends ist in Paris dazu in den nächsten Tagen die Kombination aus einer Rose und den Initialien von Yves Saint Laurent samt der Frage "Seriez-vous Parisienne?" aufgesprüht an Mauern zu finden. Mit etwas Glück sieht man in der Nähe der Tags eine Dame in Schwarz, die einem ein Journal überreicht. Es enthält neben Kampagnenbildern mit Kate Moss ein Adressheftchen mit "Insider-Orten" der stilsicheren Dame in Paris.

An diesem Beispiel wird mir wieder klar, wie viel Arbeit und Geld in Werbung investiert werden kann. Vor allem aber, wie viel Gewinn solch ein Produkt am Ende einbringen kann...

Immer wieder ist es interessant für mich zu sehen, wie Blogger in große Kampagnen einbezogen werden und auf ihren Seiten dann die Informationen publizieren - allerdings auch (manchmal mehr und manchmal weniger) ihre bezahlten Aktivitäten offen legen. Wurden vor etwa zwei Jahren Blogs noch mit Glaubwürdigkeit, Authentizität, Persönlichkeit gleichgesetzt, entwickeln viele sich mehr und mehr zu persönlich gestalteten PR-Seiten.

Vielleicht werde ich in zwei Jahren meine 2008 gefertigte Bachelor-Arbeit mit dem Thema "Die Bedeutung von Blogs für Public Relations" noch einmal überarbeiten. Welche Tools sind dann die neuen Meinungsmacher?


Alle Informationen zu dem Duft, Bilder, Tests und Filme gibt es auf der offiziellen Website PARISIENNE von Yves Saint Laurent.

8/24/2009

agenda


Je change les habitudes!

8/06/2009


Happy Birthday Monsieur Hervan!

Wertewandel?


Welche Werte bestimmen die Diskussion der User im World Wide Web?

In einer aktuellen, vom Trendbüro veröffentlichten Studie* werden 12 Werte herausgestellt und ihre Bedeutung in unserer heutigen Gesellschaft diskutiert. Grundlage für die Analyse sind über 150.000 digital veröffentlichte User-Meinungen aus deutschsprachigen Blogs, Foren und Communities. Aus diesem Stimmungsbild des Wertekosmos wurde der folgende Werte-Index festgehalten:

1. Freiheit
2. Erfolg
3. Familie
4. Gesundheit
5. Sicherheit
6. Natur
7. Einfachheit
8. Anerkennung
9. Gerechtigkeit
10. Gemeinschaft
11. Authentizität
12. Selbstverwirklichung


"Norbert Bolz, Medienphilosoph an der TU Berlin, definierte die zwölf Wertekategorien, auf denen der WerteIndex aufbaut. Er beschreibt die Gegensätze Freiheit und Bindung als das zentrale Wertepaar, auf das sich alle anderen Werte beziehen. Diese Gegensätze zeigen sich nicht nur in den Charts, sondern auch in der User-Diskussion des Spitzenwertes Freiheit selbst. Die Konflikte zwischen Freiheit und Sicherheit, Unabhängigkeit und Verbindlichkeiten, individualistischem Lebensentwurf und gesellschaftlichem Zusammenhalt stehen im Mittelpunkt. Diese Spannungsfelder markieren das entscheidende Dilemma des modernen Menschen: die Auflösung des Widerspruchs zwischen Individualismus und Zugehörigkeit.
Freiheit steht im Mittelpunkt des Wertekosmos. [...]"

Auf der Homepage des Trendbüros gibt es die ausführlichen Ergebnisse der Studie nebst einer Zusammenfassung des Trendtag-Workshops als Leitfaden für alle diejenigen, die die Theorie des sozialen Reichtums in die Praxis umsetzen wollen.


*Herausgegeben von Peter Wippermann und Maria Angerer; die gedruckte Auflage ist ab dem 10. August im Handel erhältlich, ca. 80 Seiten zum Preis von EUR 28,– inkl. MwSt.

7/28/2009

Sunrise




Ich weiß nicht mehr wo und wann ich diese an einer Wand klebenden Blätter photographiert habe.

Ich erinnere mich an einen Keller und an viel Text, ein Sammelsurium von leeren Lebensmittelpackungen an den Wänden und die Städte Hamburg und Paris. Genauso erinnere ich mich daran, dass mir die Bilder nicht zugänglich waren.
Jetzt versuche ich es erneut mit einer anderen Perspektive.

7/22/2009

They don't listen to me

I talk to the trees? Ich glaube, damit werde ich bald anfangen.

Nun wohne ich seit annähernd zehn Monaten in Paris, arbeite und kommuniziere hier. Wenn ich den Tag über allein bin, denke ich zwar auf Deutsch und bei so manchem schriftlichem Verkehr sehe ich schnell mal eine Vokabel nach, aber sobald ich den Mund aufmache, kommen die Sätze auf Französisch heraus.
Das hört sich schön und gut an, ist aber in Wirklichkeit sehr viel schwerer: Es kommt ja schließlich beim Sprechen auf den Inhalt an und nicht nur die Tatsache, dass man sprechen kann.

Im Alltag sieht es dann so aus,
- dass mehrere Franzosen brabbeln und DU daneben stehst als hättest du nichts beizutragen. Dass du außer minimalen Kommentaren und Gesten noch nicht schnell genug Inhaltliches einwerfen kannst, weiß ja keiner!
- dass du etwas fragst und eine völlig andersartige Antwort erhältst. Das mag dann daran liegen, dass du dich zu kompliziert ausgedrückt hast oder einfach ein falsches Wort benutzt hast. Natürlich bist in diesem Fall du derjenige, der den Fehler bei sich sucht.
- dass der höfliche Franzose, sobald er deinen Akzent hört, anfängt, auf Englisch mit dir zu sprechen. Leider ist das meist unverständlich und höchst unbefriedigend dazu, wenn du dann noch wie ein Tourist behandelt wirst...
- dass du als humorlos und schüchtern abgestempelt wirst, weil du die Witze nicht verstehst und meistens nur über deine eigenen lachst - die du jedoch niemals so auf Französisch erzählen kannst, dass sie für den Franzosen lustig sind.
- dass auch Körpersprache in Frankreich bzw. Paris ganz anders interpretiert wird. Siehst du jemanden freundlich an, nimmt er das persönlich. Willst du dich dann aber nicht unterhalten oder reagierst auf die Kontaktaufnahme nicht, wirst du manchmal sogar angeschimpft.
- dass dir in Bewerbungsgesprächen von Personalern unterstellt wird, etwas anderes sagen zu wollen ... und dir im Endeffekt ein Defizit hinsichtlich der Sprache attestiert wird! Merci dafür!

Resultat: Besonders in den letzten Wochen habe ich das Gefühl, ich verkümmere intellektuell aufgrund von mangelndem tiefgründigem Austausch!
Wo soll man mit den Gedanken hin, wenn sie den Kopf nicht verlassen können?
Fühlen sich so auch Kinder mit reduziertem Wortschatz?

Rede ich mit den Bäumen kann ich mir wenigstens einbilden, dass man mich deshalb nicht ernst nimmt...

Sie verstehen mich.



MusicPlaylist
Music Playlist at MixPod.com

7/19/2009

Sonntagsarbeit


Am siebten Tag wird konsumiert? Wenn es nach Sarkozy geht: JA.

Ich arbeite mich gern am Sonntag durch's Internet oder noch lieber durch einen Berg Magazine.

Einen schönen Start in die neue Woche wünsche ich euch!
Bon début de semaine a tous!

7/12/2009

Beautiful Life


Désolée, désolée, eine ungewollte Sommerpause hat sich eingeschlichen. Das mag daran liegen, dass ich einfach zu viel gearbeitet habe, Denise zu Besuch hatte, Nate in den Sommer-Urlaub entlassen und Killians Abschied gefeiert, Kunst von Kandinsky und Andy Warhol bestaunt habe, einem Kaufrausch aufgrund der SOLDES verfallen bin und gestern dann zu viel zu harter Musik von Jeff Mills tanzen musste.

Die Erkenntnis kommt immer zu spät. Aber nun weiß ich, dass es hier weiter geht.
... Und dass ich gestern den besseren Abend verpasst habe!

Daraufhin gibt es heute "Beautiful Life" – Gui Boratto

6/27/2009

Farbenfroh in den Sommer


Bild via gaypride.fr

Paris tanzt und feiert und hört nicht mehr auf: nach dem Fest der Musik am letzten Sonntag, an dem ausnahmsweise bis in die Nacht getanzt wurde, folgt heute die große GAY PRIDE Parade, der Marsch für Gleichheit und Gerechtigkeit, das Pariser Rock-Pop-Electro-Festival Solidays, Jazz-Liebhaber feiern im Park von Vincennes ... und der Höhepunkt für alle Franzosen ist natürlich der Nationalfeiertag am 14. Juli.

Die Feier-Periode für alle Modesüchtigen hat natürlich auch mit viel Trara und farbenfroh begonnen. Stichwort: SOLDES! Auf der offiziellen Shopping-Website könnt ihr euch noch bis zum 25.7. eueren individuellen Shopping-Parcours zusammenstellen.

Ich bin schon jetzt überfordert!

6/15/2009

1, 2, DREI!


© Nouvelle Vague


Eine neue Freude: Das dritte Album von Nouvelle Vague ist heute erschienen. Und wenn es genauso gut ist, wie die letzen beiden Alben (2004 und 2006), dann kann man wahrlich sagen "[...] they take the songs that you adore and make you fall in love with them all over again."

In Deutschland müsst ihr euch noch bis Anfang Juli gedulden, aber reinhören und informieren können sich alle schon mal HIER.

Featuring
Depeche mode’s Martin Gore
Ian McCulloch of Echo And The Bunnymen
Terry Hall of the Specials and Funboy Three
Magazine’s “Parade” sung by Barry Adamso
What are you going to do with the rest of your life?

6/08/2009

CUT



Alles neu, alles anders:
neuen coupe schneiden lassen,
neue Schuhe gekauft,
neue Menschen getroffen,
neue Orte kennen gelernt,
neue Krankheiten ausprobiert,
neue alte Arbeit wieder angefangen,
neue Motivation hergezaubert.
Und irgendwie passiert doch jeden Tag etwas Neues!

Nur meine deutsche Telefonnummer habe ich immer noch nicht still gelegt, um mich auf meine neue französische zu konzentrieren - auch wenn das Telefon sehr sehr still ist.

Allô?

WE LOVED MUSIQUE







Es war perfekt! Die Nacht, die Musik, der Morgen, das noch warme pain au chocolat auf dem Heimweg ... und die Sonne ging auf.

Richie Hawtin
Magda
Barem


Einen kleinen Eindruck könnt ihr euch hier verschaffen.

6/01/2009

5/28/2009

WE LOVE MUSIQUE


Das Festival VILLETTE SONIQUE hat schon seit dem 27.5. begonnen und ich bin immer noch nicht informiert, was ich mir alles ansehen möchte. Gott sei Dank habe ich schon mein Ticket für die viel versprechende Reise from the body to the mind in der Tasche – denn: I LOVE MUSIQUE und I LOVE ART!


Die Agentur, die gute Musik kennt: We Love Art


...Wenn das nicht etwas zu viel Liebe auf einmal ist!

5/19/2009

Make The Girl Dance*

Kaum habe ich mal kurz Paris verlassen und mache meinen Computer in der guten braven Heimat an, stoße ich auf diesen neuen Clip "Baby Baby Baby" (siehe unten). Mmmhh...

Jetzt werde ich aber erst einmal das Hamburger Programm studieren. Nach der kurzen Akklimatisierung und Wiedersehfreuden mit Maman et Papa, Polly, Christin, gab es gestern schon ein romantisches Regen-Picknick unter einer Trauerweide auf den Alsterwiesen mit Denise. Andere wichtige Vorhaben: Haare kürzen lassen mit Sheila, die Ausstellungen Visual Leader 2009, Cecily Brown und Herbert Tobias in den Deichtorhallen, das traditionelle Kirschblütenfest am Freitag über der Alster, Erkundung der Lichtkunstinstallation aus Wassertanks "Kubik" an den Elbbrücken, ..., und der Besuch von Hamburger Einmaligkeiten mit meinem zu Besuch kommenden Mitbewohner.

Die Zeit vergeht viel zu schnell. Deshalb: Los jetzt!

A propos Musik: Ich bin schon sehr gespannt auf das neue Album von Sébastien Schuller ("Evenfall", dispo 25. Mai), möchte mir unbedingt das neue Album "Harbour Boat Trips - 01: Copenhagen" von Trentemøller anhören und bin schon jetzt vom zweiten Streich aus der Reihe Live At Robert Johnson begeistert: Prins Thomas. Und dann noch: "Joy" von Scratch Massive, als zehnminütige Probe HIER.




* Make The Girl Dance

5/15/2009

Bravo!


Illu via Colette

Bevor es morgen früh um 7h30 (Abflug!) los nach Hamburg geht, habe ich heute natürlich noch fleißig Geschenke geshoppt. Bei Colette konnte ich gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen und mir auch noch die derzeitige Ausstellung von Soledad Bravi ansehen.
Die Pariser Illustratorin, deren Bilder allen französischen ELLE-Leserinnen nur zu gut bekannt sind, hat nun auch die Gestaltung mehrer Produkte übernommen. So werden bald bei Monoprix Kalender, Notizbücher oder Täschchen mit den Illustrationen von Soledad in den Regalen stehen, eine Buchreihe zeigt die Damen auf dem Cover und auch Pierre Hermé hat eine Serie von Geschenkboxen für seine Makronen von ihr gestalten lassen. Am liebsten hat man doch aber eines der Bilder von Soledad Bravi in Großformat bei sich in der Wohnung hängen! Ich könnte mich gar nicht entscheiden... aber natürlich gehört das Motiv "Je suis trop parfaite" (180 x 100 cm, 2009, 4000 Euro) zu meinen klaren Favoriten!



Colette zeigt noch bis zum 30. Mai die Illustrationen von Soledad Bravi in der Galerie. Zahlreiche Produkte sind in diesem Zeitraum auch in Vorpremiere bei Colette zu erhalten.
Wer Infos zu den Werken und den Preisen haben möchte, schreibe einfach an galerie@colette.fr

5/11/2009

Heimat


Aus Liebe zum Grün,
aus Liebe zur Luft,
aus Liebe zu den Kirschblüten,
aus Liebe zum Hafen,
aus Liebe zur Hausmannskost,
aus Liebe zur Zurückhaltung,
aus Liebe zur Familie,
aus Liebe zum Bekannten,
aus Liebe zu euch,
komme ich in die Heimat.

Wo sonst kann man ein so schön graues Bild machen als in Hamburg?

Die Reise geht am Sonnabend los und endet 10 Tage später.